Live-Sound-Mischpult bei einem Konzert

Glossar: Live-Sound und Tontechnik

DI-Box

Schnittstelle zur Anpassung eines Instruments oder einer anderen Quelle an einen symmetrischen Mikrofoneingang.

Live-Sound und Tontechnik

Definition

Eine DI-Box, kurz für Direct Injection oder Direct Input, passt ein Instrument oder eine andere geeignete Quelle an einen symmetrischen Ausgang für einen Mikrofoneingang an. Je nach Konstruktion übernimmt sie Impedanzwandlung, Pegelabsenkung und galvanische Trennung und ermöglicht so eine zuverlässige Verbindung mit einer Beschallungsanlage oder Aufnahmekette.

So funktioniert eine DI-Box

Gitarrentonabnehmer, Keyboard und Mikrofon liefern nicht zwangsläufig denselben Ausgangspegel und besitzen auch nicht unbedingt dieselbe Ausgangsimpedanz. Eine DI-Box stellt einen für ihre vorgesehene Quelle geeigneten Eingang und einen symmetrischen Ausgang bereit. Dieser lässt sich über ein passendes Kabel mit einem Mischpultvorverstärker verbinden. Dabei geht es um mehr als den Wechsel von Klinke auf XLR: Die elektrischen Eigenschaften sind ebenso wichtig wie die Form der Anschlussbuchse.

Eine passive DI-Box arbeitet üblicherweise mit einem Übertrager. Sie benötigt keine Betriebsenergie und kann Eingang und Ausgang galvanisch voneinander trennen. Ihr Impedanz- und Pegelverhalten hängt dabei vom Übertrager und der angeschlossenen Last ab. Eine aktive DI-Box verwendet eine stromversorgte Elektronik und kann eine sehr hohe Eingangsimpedanz bieten, die sich für bestimmte passive Tonabnehmer eignet. Aktiv bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Übertragertrennung vorhanden ist.

Bei symmetrischer Übertragung kann ein geeigneter Empfängereingang Störungen unterdrücken, die auf beide Signaladern in ähnlicher Weise einwirken. Dadurch ist die lange Verbindung von der Bühne zum Mischpult weniger störanfällig als ein typisches unsymmetrisches Instrumentenkabel. Halten Sie den unsymmetrischen Abschnitt möglichst kurz und beginnen Sie die symmetrische Übertragung nahe an der Quelle. Eine erst am Ende der langen Leitung eingesetzte DI-Box bietet diesen Vorteil nicht.

Warum sie wichtig ist

Eine ungeeignete Eingangsbelastung kann Pegel und Klang eines passiven Instruments verändern. Das betrifft insbesondere Piezo-Tonabnehmer und andere hochohmige Quellen. Eine passende DI-Box stellt dem Tonabnehmer eine geeignete Last bereit und liefert dem Mischpult ein gut verarbeitbares Signal. Die Schnittstelle von Anfang an richtig auszulegen, ist sinnvoller, als verlorene Brillanz später mit starken EQ-Eingriffen zurückholen zu wollen.

DI-Boxen vereinfachen außerdem die Bühnenverkabelung. Ihre übliche symmetrische Verbindung lässt sich über Stagebox und Mikrofoninfrastruktur führen, während die spielende Person zusätzlich ein Signal für einen lokalen Verstärker erhält. Das bedeutet nicht, dass jedes Gerät eine DI-Box braucht. Eine Quelle mit geeignetem symmetrischem Ausgang kann direkt an den passenden Mischpulteingang angeschlossen werden.

Eine DI-Box mit Übertragertrennung kann bestimmte Brummschleifen beseitigen, indem sie eine leitende Verbindung zwischen den beteiligten Systemen unterbricht. Störgeräusche können allerdings auch im Instrument, im Netzteil, im Kabel oder durch die Lichttechnik entstehen. Ermitteln Sie deshalb die Ursache, statt jedes Brummen als Beweis dafür zu werten, dass die Audiomasse getrennt werden muss.

Auswahl und Anschluss

MerkmalNutzenWichtiger Hinweis
Hohe EingangsimpedanzErhält das vorgesehene Verhalten geeigneter passiver TonabnehmerEmpfohlene Last der Quelle prüfen
Eingangs-PadSenkt ein starkes Signal vor einer möglichen Übersteuerung abBereits zuvor entstandene Verzerrungen werden nicht rückgängig gemacht
Thru-AusgangVersorgt einen lokalen Verstärker oder einen weiteren EingangEine Parallelschaltung kann die Belastung der Quelle verändern
Audio-Ground-LiftKann bestimmte durch Masseschleifen verursachte Störungen verringernNiemals den Schutzleiter der Netzversorgung entfernen
Unterstützung für PhantomspeisungVersorgt kompatible aktive ElektronikAnforderungen des konkreten Modells prüfen

Wählen Sie eine aktive oder passive DI-Box anhand der Quelle und der tatsächlichen Gerätespezifikationen aus. Pauschale Regeln, nach denen alle Bässe den einen und alle Keyboards den anderen Typ benötigen, sind nicht zuverlässig. Ein kräftiger aktiver Ausgang kann gut zu einer passiven DI-Box passen. Ein empfindlicher passiver Tonabnehmer profitiert möglicherweise von einem sehr hochohmigen aktiven Eingang. Beide Kategorien umfassen Konstruktionen mit unterschiedlicher Aussteuerungsreserve und unterschiedlichem Lastverhalten.

  • Prüfen Sie, ob die Quelle mono oder stereo ist. Eine herkömmliche einkanalige DI-Box überträgt keine zwei unabhängigen Kanäle.
  • Schließen Sie einen Lautsprecherausgang eines Verstärkers nur an ein Gerät an, das ausdrücklich für Lautsprecherpegel ausgelegt ist.
  • Prüfen Sie bei einer aktiven DI-Box die Kompatibilität mit Phantomspeisung oder setzen Sie bei Bedarf eine geeignete Batterie ein.
  • Beschriften Sie den Ausgang und eine etwaige Verstärkerzuleitung, damit spätere Änderungen an der Verkabelung keine unerwarteten Signalwege erzeugen.

Praxisbeispiel

Bei einer Musikveranstaltung in Dubai benötigt ein Keyboarder ein Stereosignal für die Saalbeschallung und zusätzlich einen lokalen Bühnenverstärker. Der Tontechniker prüft die Ausgangsspezifikationen des Keyboards und stellt fest, dass die geplante Bühnenverbindung unsymmetrisch ist. Zwei geeignete DI-Kanäle in der Nähe des Keyboards liefern symmetrische Signale. Kompatible Thru-Anschlüsse versorgen gleichzeitig die vorgesehene lokale Verstärkeranlage.

  1. Klären Sie, ob die Darbietung tatsächlich Stereo benötigt, und stimmen Sie die Zahl der Eingänge vor dem Verkabeln ab.
  2. Schließen Sie den linken und rechten Ausgang getrennt an. Halten Sie die Quellkabel kurz und kennzeichnen Sie die Kanäle eindeutig.
  3. Stellen Sie vorhandene Pads entsprechend der Eingangsfestigkeit der DI-Box und einem repräsentativen Spielpegel des Keyboards ein.
  4. Prüfen Sie die Verbindung zum lokalen Verstärker und hören Sie anschließend bei vollständig angeschlossenem System auf Störgeräusche.
  5. Tritt Brummen auf, testen Sie die dafür vorgesehene Audio-Ground-Lift-Funktion der DI-Box auf sichere Weise. Kontrollieren Sie danach Klang, Stereoposition und Vorverstärkung am Mischpult.

Nehmen Sie Kanalzahl, benötigte DI-Boxen und Verstärkerzuleitungen in den Technik-Rider und Bühnenplan auf. Eindeutige Vorabinformationen helfen dem Team für Veranstaltungsmanagement, die Anschlussbelegung zu planen, ohne raten zu müssen, was mit einem Keyboardanschluss gemeint ist.

Häufige Fehler

  • Ein einfacher passiver Steckeradapter als Ersatz für eine DI-Box kann das Signal unsymmetrisch lassen oder die Quelle ungeeignet belasten.
  • Wer Stereoausgänge mit einem gewöhnlichen Y-Kabel zusammenführt, kann die Ausgänge gegeneinander arbeiten lassen. Verwenden Sie stattdessen eine dafür ausgelegte Summierung.
  • Weniger Vorverstärkung am Mischpult beseitigt keine Übersteuerung, die bereits am DI-Eingang entsteht. Senken Sie den Quellpegel oder verwenden Sie das passende Pad.
  • Der Anschluss eines Endstufenausgangs an einen gewöhnlichen Instrumenteneingang kann Geräte beschädigen, sofern die DI-Box nicht ausdrücklich dafür ausgelegt ist.
  • Einen Schutzleiterkontakt zu entfernen, um Brummen zu beseitigen, erzeugt eine elektrische Gefährdung und ist niemals eine zulässige Maßnahme bei der Audiofehlersuche.

Klingt ein DI-Signal zusammen mit einem Mikrofon am selben Instrument dünn, prüfen Sie Polarität und Laufzeitunterschiede, statt sofort einen Defekt der Box anzunehmen. Zwei einzeln einwandfreie Signale können sich beim Mischen ungünstig beeinflussen. Vergleichen Sie beide zunächst einzeln und anschließend gemeinsam. Entscheiden Sie über eine zeitliche oder phasenbezogene Abstimmung immer im Hinblick auf den gewünschten Klang.

Häufige Fragen

Steht DI für Direct Input oder Direct Injection?

Beide Bezeichnungen sind gebräuchlich. Gemeint ist in der Praxis eine Schnittstelle, die eine geeignete Quelle für eine symmetrische Verbindung mit einem Mikrofoneingang anpasst.

Ist eine aktive DI-Box immer besser als eine passive?

Nein. Die passende Wahl hängt von Quellimpedanz, Pegel, verfügbarer Stromversorgung und erforderlicher Trennung sowie von der konkreten Konstruktion ab.

Kann eine DI-Box jedes Brummen entfernen?

Nein. Galvanische Trennung und Ground-Lift können bestimmte Probleme mit Masseschleifen beheben. Sie beseitigen jedoch weder jede Störungsart noch Geräusche, die bereits in der Quelle vorhanden sind.

Brauche ich für Stereo zwei DI-Boxen?

Sie benötigen zwei unabhängige Kanäle. Diese können von zwei Mono-Boxen oder einer Stereo-DI-Box bereitgestellt werden. Ein einzelner Monokanal kann linkes und rechtes Signal nicht getrennt übertragen.

Ist eine DI-Box dasselbe wie eine Reamping-Box?

Nein. Eine Reamping-Box passt üblicherweise ein aufgenommenes Signal mit Line-Pegel an einen Instrumenteneingang an. Eine DI-Box arbeitet normalerweise in der umgekehrten Richtung zum Mikrofoneingang.

Live-Sound-Mischpult bei einem Konzert

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