Live-Sound-Mischpult bei einem Konzert

Glossar: Live-Sound und Tontechnik

Dynamisches Mikrofon

Ein Mikrofon, das durch Bewegung im Magnetfeld ein elektrisches Audiosignal erzeugt.

Live-Sound und Tontechnik

Definition

Ein dynamisches Mikrofon wandelt Schall durch elektromagnetische Induktion in ein elektrisches Signal um. Im üblichen Sprachgebrauch der Live-Tontechnik ist damit meist ein Tauchspulenmikrofon gemeint, bei dem eine Membran eine Spule innerhalb eines Magnetfelds bewegt.

So funktioniert ein dynamisches Mikrofon

Der Schalldruck bewegt eine Membran, an der eine kleine Drahtspule befestigt ist. Durch ihre Bewegung im Magnetfeld erzeugt die Spule eine wechselnde Spannung, die den Verlauf der akustischen Schwingung abbildet. Dieses passive Wandlerprinzip benötigt normalerweise keine Stromversorgung. Die erzeugte Spannung ist allerdings gering. Ein Mikrofonvorverstärker hebt sie deshalb vor dem Mischen oder Aufnehmen auf einen nutzbaren Arbeitspegel an.

Auch Bändchenmikrofone arbeiten mit elektromagnetischer Induktion. Ihr Aufbau und ihre Anforderungen an die Handhabung unterscheiden sich jedoch von denen typischer Tauchspulenmikrofone für die Bühne. Sofern nicht anders angegeben, bezeichnet „dynamisches Mikrofon“ hier die Tauchspulenbauart. Einige spezielle dynamische Modelle enthalten aktive Elektronik. Die Dokumentation des konkreten Modells hat deshalb Vorrang vor allgemeinen Aussagen über Stromversorgung oder Ausgangspegel.

EigenschaftPraktische Bedeutung
Passive TauchspulenkapselBenötigt üblicherweise keine Phantomspeisung
Modellabhängige EmpfindlichkeitKann bei leisen Quellen mehr Vorverstärkung erfordern
Akustischer und mechanischer AufbauBestimmt Frequenzgang und Richtcharakteristik
Geringer Abstand bei gerichteter AufnahmeKann durch den Nahbesprechungseffekt den Bass anheben

Die Empfindlichkeit beschreibt die Ausgangsspannung bei einem festgelegten Schalldruck. Sie ist keine Qualitätsbewertung und sagt nicht aus, wie viel Raumanteil das Mikrofon bei angeglichener Gesamtverstärkung aufnimmt. Für die zu erwartende Klangbalance sind Frequenzgang, Abstand, Richtwirkung und das Verhältnis von direktem zu reflektiertem Schall aussagekräftiger.

Warum diese Bauart wichtig ist

Tauchspulenmikrofone sind auf Bühnen weit verbreitet, weil viele Modelle den praktischen Umgang und hohe Schallpegel gut vertragen. Sie eignen sich beispielsweise für Gesang, Gitarrenverstärker, Schlagzeug und Sprache. Daraus folgt jedoch nicht, dass jedes dynamische Mikrofon beliebig austauschbar wäre. Ein Gesangskorb, ein kompaktes Instrumentengehäuse und ein speziell für tiefe Frequenzen entwickeltes Mikrofon lösen jeweils andere mechanische und akustische Aufgaben.

Bei der Auswahl geht es häufig darum, schnell ein brauchbares Ergebnis zu erzielen, nicht um die Erfassung eines möglichst großen Frequenzbereichs. Ein auf nahen Gesang abgestimmter Frequenzgang kann unerwünschte tieffrequente Anteile verringern und die Artikulation unterstützen. Ein anderes Modell bildet vielleicht den Anschlag einer Trommel geeigneter ab. Beurteilen Sie den Klang innerhalb des musikalischen Arrangements, statt das einzeln abgehörte Signal mit dem fertigen Mix gleichzusetzen.

  • Die Mikrofonbauart auf die Schallquelle und den verfügbaren Platz für die Befestigung abstimmen.
  • Vor der Positionierung der Monitore die Richtcharakteristik prüfen.
  • Bei leisen Darbietungen ausreichend rauscharme Vorverstärkung bereitstellen, ohne die Eingangsreserve aufzubrauchen.
  • Den Arbeitsabstand so wählen, dass Pegelkonstanz, Klangbalance und Rückkopplungsfestigkeit zusammenpassen.

Praxisbeispiel

Bei einer Bandprobe für eine Veranstaltung in Dubai verwendet der Sänger ein gerichtetes Tauchspulen-Handmikrofon. Der Gitarrenverstärker wird mit einem eigenen Mikrofon abgenommen. Die tontechnische Fachkraft bittet den Sänger, einen angenehmen und reproduzierbaren Abstand einzuhalten, statt zwischen direktem Kontakt am Mikrofonkorb und ausgestrecktem Arm zu wechseln. Bereits diese Änderung erleichtert es, den Gesang im Verhältnis zur Band auszubalancieren.

Das Verstärkermikrofon wird zunächst etwas entlang der Lautsprechermembran verschoben, um die Klanghelligkeit ohne Equalizer anzupassen. Das Gesangsmikrofon wird so ausgerichtet, dass sein unempfindlichster Bereich möglichst zum Monitor zeigt, soweit die tatsächliche Richtcharakteristik dies zulässt. Anschließend prüft die Fachkraft die Vorverstärkung bei voller Auftrittsintensität statt nur mit leiser Testsprache und achtet über die Bühnenanlage auf Griffgeräusche.

  1. Jedes Mikrofon unter Berücksichtigung der Bewegungen beim Auftritt positionieren und sicher befestigen.
  2. Ein symmetrisches Kabel anschließen und die Zuordnung zum Mischpultkanal überprüfen.
  3. Die Eingangsverstärkung anhand des höchsten realistischen Quellpegels einstellen und Reserve für Spitzen lassen.
  4. Den Monitormix schrittweise aufbauen und dabei Rückkopplungsstabilität und Verständlichkeit prüfen.
  5. Den Test mit der gesamten Band bei realistischer Probenlautstärke wiederholen.

Häufige Fehler

Die Bezeichnung „dynamisch“ bedeutet nicht, dass ein Mikrofon sämtliche Hintergrundgeräusche unterdrückt. Steht die auftretende Person weit entfernt, muss die Vorverstärkung erhöht werden. Der Raumanteil tritt dann im Verhältnis zur Stimme stärker hervor. Eine nahe Positionierung verbessert häufig das Verhältnis von Direktschall zu Raumanteil, kann aber zugleich Bässe und Plosivlaute verstärken. Je nach Situation helfen Mikrofonkorb, Windschutz oder Popfilter.

Wird der Mikrofonkorb mit der Hand umschlossen, können akustische Öffnungen verdeckt werden, die für die Richtcharakteristik erforderlich sind. Das kann sowohl den Klang als auch das Rückkopplungsverhalten verändern. Ebenso kann ein auf einen Lautsprecher gerichtetes Mikrofon unabhängig vom Wandlerprinzip akustische Rückkopplungen verursachen. Es gibt keine Mikrofonkategorie, die eine ungünstige räumliche Anordnung auf der Bühne unproblematisch macht.

  • Mechanische Robustheit nicht mit Wasserfestigkeit oder Unempfindlichkeit gegen Stürze gleichsetzen.
  • Höhen nicht einfach anheben, um eine falsche Positionierung auszugleichen.
  • Bei geringem Ausgangspegel zuerst Kabel, Signalführung und Abstand zur Quelle prüfen.
  • Monitore niemals allein aufgrund der Bezeichnung „dynamisch“ positionieren, sondern anhand des tatsächlichen Richtdiagramms.

Verstärkung, Stromversorgung und Pflege

Bei einer leisen Quelle kann ein passives Tauchspulenmikrofon erhebliche Vorverstärkung benötigen. Wenn Rauschen stört, sollten Quellpegel, Mikrofonempfindlichkeit und Rauschverhalten des Vorverstärkers gemeinsam betrachtet werden. Ein zwischengeschalteter Mikrofonverstärker kann in manchen Konfigurationen sinnvoll sein. Er ist jedoch ein zusätzliches Gerät und benötigt möglicherweise selbst Phantomspeisung. Liefert der vorhandene Vorverstärker bereits ausreichend rauscharme Verstärkung, bedeutet ein solcher Zusatz nicht automatisch eine Verbesserung.

Ein korrekt verdrahtetes, symmetrisches passives dynamisches Mikrofon benötigt im Allgemeinen keine Phantomspeisung und wird üblicherweise nicht von ihr beeinflusst. Fehlerhafte Verkabelung, unsymmetrische Adapter und andere Geräte im selben Signalweg können diese Aussage jedoch einschränken. Maßgeblich sind Herstellerhinweise und eine bewusste Anschlussreihenfolge, nicht die Annahme, unnötige Speisung bringe einen Vorteil. Davon zu unterscheiden sind Bändchenmikrofone, für die andere Vorsichtsmaßnahmen gelten können.

Kontrollieren Sie nach dem Einsatz Anschlüsse und Halterungen, lassen Sie einen zulässigen Reinigungsvorgang vollständig abschließen und lagern Sie das Mikrofon trocken. Befolgen Sie die modellspezifischen Hinweise zur Reinigung des Korbs, statt die Kapsel einzuweichen. BarCoe Studios bietet Dienstleistungen für Audioproduktion an. Ein praxisgerechtes Vorgehen zur Mikrofon-Pegelabstimmung verbindet die Mikrofonwahl sinnvoll mit der übrigen Produktionskette.

Häufige Fragen

Braucht ein dynamisches Mikrofon Phantomspeisung?

Die meisten passiven Tauchspulenmikrofone benötigen sie nicht. Aktive Modelle und zwischengeschaltete Mikrofonverstärker können andere Anforderungen haben. Prüfen Sie deshalb die jeweilige Anleitung.

Ist ein dynamisches Mikrofon auf der Bühne immer besser?

Nein. Die Eignung hängt von der auftretenden Person, der Schallquelle, der Richtcharakteristik, dem Monitoring und dem gewünschten Klang ab.

Warum klingt mein dynamisches Mikrofon so basslastig?

Bei vielen gerichteten Modellen führt ein geringer Abstand zum Nahbesprechungseffekt. Auch Abstand, Winkel und Frequenzgang des Mikrofons beeinflussen das Ergebnis.

Kann ich ein dynamisches Mikrofon für Aufnahmen verwenden?

Ja. Es kann sich gut für Gesang, Instrumente und Verstärker eignen, wenn Frequenzgang und Empfindlichkeit zur Quelle passen.

Bedeutet geringe Empfindlichkeit geringe Qualität?

Nein. Die Empfindlichkeit ist eine Angabe zum Ausgangssignal, keine allgemeine Qualitätsnote. Beurteilen Sie Rauschen, Verstärkungsbedarf und Klang im jeweiligen Einsatz.

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