Live-Sound-Mischpult bei einem Konzert

Glossar: Live-Sound und Tontechnik

Eingangsliste

Ein Dokument, das die benötigten Quellen und Anschlüsse einer Veranstaltung kanalweise beschreibt.

Live-Sound und Tontechnik

Definition

Eine Eingangsliste dokumentiert die für einen Auftritt benötigten Audioquellen und deren Einspeisung in das Beschallungssystem. Sie verknüpft Quellennamen, Kanalzuordnungen und technische Anforderungen, damit Bühnenteam und Mischpultpersonal dieselbe Anschlussbelegung aufbauen und überprüfen können.

So funktioniert eine Eingangsliste

Jede Zeile beschreibt einen Eingangsweg, statt lediglich eine auftretende Person zu nennen. Ein Stereo-Keyboard benötigt normalerweise zwei Zeilen, wenn beide Ausgänge verwendet werden. Ein Schlagzeug kann mehrere getrennte Mikrofonkanäle erfordern. Die Liste kann Mischpultkanal, Quelle, benötigtes Mikrofon oder DI-Box, Stativtyp, Bühnenbuchse und Hinweise enthalten. Welche Spalten sinnvoll sind, hängt von der Veranstaltung ab. Jede Spalte sollte jedoch eine konkrete praktische Frage des Technikteams beantworten.

Unterscheide zwischen der gewünschten Kanalreihenfolge und den physischen Anschlüssen, wenn diese voneinander abweichen. Ein digitales Mischpult kann Bühnenbuchse zwölf auf Bearbeitungskanal vier empfangen. Eine einzelne Nummer kann deshalb nicht immer beides bezeichnen. Eindeutige Überschriften wie „Mischpultkanal“ und „Bühneneingang“ verhindern Missverständnisse. Bei einem Eintrag wie „Gesang 1“ sind möglicherweise zusätzlich Position oder Rolle der Person erforderlich, damit auch eine Vertretung weiß, welches konkrete Mikrofon angeschlossen werden soll.

Lies die Liste zusammen mit dem Bühnenplan, der zeigt, wo sich die Quellen befinden. Die Eingangsliste erklärt, was in das System gelangt; der Bühnenplan erklärt den Standort. Keines der beiden Dokumente beschreibt automatisch sämtliche Monitormischungen oder Ausgangssignale. Ergänze bei Bedarf eine separate Ausgangsdokumentation. So bleibt die Eingangsliste lesbar, statt unzusammenhängende Routingdetails in unstrukturierte Kommentare zu pressen.

Warum das wichtig ist

Eine korrekte Liste ermöglicht dem Dienstleister, Kanalbedarf, Mikrofonbestand, Schnittstellen und Bühnenverkabelung einzuschätzen, bevor die Geräte am Veranstaltungsort eintreffen. Sie unterstützt außerdem die Mischpultvorbereitung und einen geordneten Leitungscheck. Ein vergessenes Stereo-Wiedergabepaar oder ein zusätzliches Sprechmikrofon kann im ungünstigsten Moment die letzten freien Eingänge belegen. Werden solche Anforderungen früh erkannt, bleibt dem Produktionsteam Zeit für eine realistische Lösung, statt eine undokumentierte Anschlussbelegung improvisieren zu müssen.

Das Dokument dient auch bei Störungen und Umbauten als gemeinsame Referenz. Wenn für alle feststeht, dass Kanal neun die DI-Box der Akustikgitarre führt, lässt sich dieser Signalweg prüfen, ohne die gesamte Band anzuhalten und jedes Kabel neu identifizieren zu lassen. Einheitliche Beschriftungen verringern Fehler, müssen aber mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Eine ordentlich gestaltete, veraltete Liste ist weniger hilfreich als eine klar gekennzeichnete Überarbeitung, die den aktuellen Aufbau korrekt abbildet.

Sinnvolle Spalten und Versionskontrolle

SpalteZweckBeispielangabe
MischpultkanalLegt die Reihenfolge für die Bedienung festEine eindeutige Kanalnummer
QuelleIdentifiziert das tatsächliche SignalKeyboard links statt nur Keyboard
SchnittstelleBeschreibt den benötigten AnschlussMikrofon, aktive DI-Box oder Line-Eingang
Physischer EingangVerortet den Anschluss auf der BühneBenannte Stagebox mit Buchsennummer
HinweiseKennzeichnet noch zu bestätigende AnforderungenPhantomspeisung oder Position der auftretenden Person

Gib konkrete Mikrofonmodelle nur dort verbindlich vor, wo es darauf ankommt, und unterscheide zwischen einer Präferenz und einer nicht ersetzbaren Anforderung. Ist ein gleichwertiges Gerät akzeptabel, halte dies fest, ohne damit identische Empfindlichkeit oder Stromversorgung aller Modelle zu unterstellen. Die Phantomspeisung muss für die tatsächlich angeschlossenen Geräte bestätigt werden und darf nicht ungeprüft aus einer alten Datei übernommen werden. Dokumentiere ungewöhnliche Adapter, Signalsplits und von den Auftretenden mitgebrachte Geräte, bevor das Team die Anschlüsse aufbaut.

Versehen die Datei mit einer eindeutigen Veranstaltungskennung, einem Versionsstand und einem Datum. Verteile anschließend dieselbe Fassung an alle zuständigen Teams. Teile bei Änderungen mit, welche Zeilen betroffen sind, statt das Dokument stillschweigend zu überschreiben. Der technische Rider kann die Eingangsliste enthalten. Ein früher versendeter Rider belegt jedoch nicht, dass die aktuelle Besetzung bereits berücksichtigt ist. Benenne eine Person, die widersprüchliche Fassungen abgleicht.

Praxisbeispiel

Eine Band schickt für eine Veranstaltung in Abu Dhabi eine Liste mit Schlagzeug, Bass, Gitarre, zwei Keyboards und drei Gesangsstimmen. In der technischen Vorbesprechung erfährt der Tontechniker, dass ein Keyboard einen Monoausgang nutzt, das andere dagegen Stereo benötigt. Außerdem steuert der Sänger ein separates Stereo-Wiedergabegerät. Die ursprünglichen Kurzangaben unterschätzten damit die erforderlichen Anschlüsse, obwohl alle auftretenden Personen erwähnt waren.

  1. Führe jeden tatsächlich genutzten Ausgang in einer eigenen Zeile auf und kennzeichne bei benötigten Stereoverbindungen links und rechts ausdrücklich.
  2. Bestätige, welche Instrumente DI-Boxen benötigen, welche Mikrofone vor Ort bereitgestellt werden und welche Geräte die Auftretenden mitbringen.
  3. Ordne die endgültigen Quellen Mischpultkanälen und eindeutig benannten Bühnenbuchsen zu. Behalte dabei eine praxistaugliche Reihenfolge für die Bedienung bei.
  4. Vergleiche die Liste mit der Bühnenzeichnung und prüfe, ob Kabellängen und lokale Anschlusspunkte sinnvoll sind.
  5. Verteile die überarbeitete Fassung an Bühnentechnik, Saaltontechnik und Monitortechnik. Nutze sie anschließend als Quellenreihenfolge für den Leitungscheck.

Entfällt das Wiedergabegerät am Veranstaltungstag, markiere die betreffenden Zeilen als ungenutzt, statt sofort sämtliche nachfolgenden Kanäle neu zu nummerieren. Ob Lücken bestehen bleiben oder Kanäle neu geordnet werden, sollte eine abgestimmte betriebliche Entscheidung sein. Entscheidend ist, dass Kanalbeschriftung, physische Anschlüsse und schriftliche Liste während Aufbau und Auftritt übereinstimmen.

Häufige Fehler

  • Eine Zeile pro Musiker oder Musikerin verbirgt Quellen wie Stereo-Keyboards, mehrere Gitarrensignale und separate Wiedergabeausgänge.
  • Links und rechts ohne festgelegte Blickrichtung führen zu Verwirrung. Gib an, ob Positionen aus Sicht der auftretenden Personen beschrieben werden.
  • Wer die Liste einer früheren Veranstaltung ohne Prüfung der Besetzung kopiert, übernimmt veraltete Mikrofonangaben, fehlende Gäste und falsche Annahmen zur Anschlussbelegung.
  • Mischpultkanalnummern mit Bühnenbuchsennummern gleichzusetzen, wird bei digitalem Routing oder mehreren Stageboxen unzuverlässig.
  • Ergänzungen ausschließlich in privaten Nachrichten festzuhalten, verhindert, dass andere Fachkräfte die tatsächlich vereinbarten Anforderungen sehen.

Halte die Liste so übersichtlich, dass sie neben dem Mischpult oder Bühnenrack gut nutzbar bleibt. Lagere längere Erläuterungen in eindeutig zugeordnete Hinweise aus, statt jede Tabellenzelle zu einem Absatz zu machen. Prüfe vor der Verteilung auf doppelte Kanalnummern, unvollständige Stereopaare, unbenannte Reserveeingänge und Verweise auf nicht mehr verwendete Geräte. Diese einfachen redaktionellen Kontrollen verhindern vermeidbare technische Unsicherheit vor Ort.

Häufige Fragen

Ist eine Eingangsliste dasselbe wie ein Bühnenplan?

Nein. Die Eingangsliste beschreibt Signalanschlüsse und Kanalbedarf. Der Bühnenplan zeigt die räumlichen Positionen. Beide sollten übereinstimmen und nach Möglichkeit gemeinsam bereitgestellt werden.

Sollten Reservekanäle in der Liste stehen?

Ja, wenn sie bewusst reserviert sind. Benenne ihren Zweck oder kennzeichne sie als Reserve, damit sie nicht für fehlende Quellen gehalten werden.

Benötigt ein Stereo-Instrument immer zwei Eingänge?

Nur wenn sein Stereoausgang benötigt wird. Kläre, ob für den Auftritt ein geeigneter Monoausgang genügt, statt eine der beiden Varianten ungeprüft vorauszusetzen.

Wer verantwortet die endgültige Fassung?

Die Produktion sollte eine verantwortliche Person benennen, die die Anforderungen der Auftretenden mit der Anschlussbelegung des Systems abgleicht und die abgestimmte Fassung an alle Betroffenen verteilt.

Sollten Monitormischungen enthalten sein?

Ein kurzer Verweis kann helfen. Ausführliche Monitorziele und Mischungen benötigen jedoch normalerweise eine eigene Ausgangs- oder Monitoringdokumentation, damit die Eingangsliste übersichtlich bleibt.

Live-Sound-Mischpult bei einem Konzert

Live-Sound praktisch lernen

Wende die Grundlagen auf einer echten Bühne in Abu Dhabi an. Unsere kurzen Zertifikatskurse richten sich an Tontechniker und an Künstler. Die Kursinformationen sind auf Englisch verfügbar.

Live-Sound-Kurs für Tontechniker