Glossar: Live-Sound und Tontechnik
dB SPL
Ein logarithmisches Maß für den Schalldruck, bezogen auf 20 Mikropascal in Luft.
Definition
dB SPL bezeichnet den Schalldruckpegel in Dezibel, bezogen auf einen Referenzschalldruck von 20 Mikropascal in Luft. Die Größe beschreibt den physikalischen Schalldruck an einem Messort, nicht den Pegel eines elektrischen Signals und auch nicht vollständig die wahrgenommene Lautheit.
So funktioniert die Messung
Schall besteht aus Druckschwankungen um den atmosphärischen Luftdruck. Ein Schallpegelmesser wandelt diese Schwankungen in eine elektrische Messgröße um und stellt ihre Stärke auf einer logarithmischen Skala dar. Für den Effektivwert des Schalldrucks p lautet die Pegelberechnung 20 log10(p/p0), wobei p0 in Luft 20 Mikropascal beträgt. Diese logarithmische Darstellung macht den enormen Bereich hörbarer Schalldrücke übersichtlich und handhabbar.
Ein Anstieg um 20 dB entspricht einer Verzehnfachung der Schalldruckamplitude. Ein Anstieg um 10 dB bedeutet unter vergleichbaren Bedingungen dagegen eine Verzehnfachung der Schallintensität, nicht des Schalldrucks. Die wahrgenommene Lautheit hängt von Frequenz, Dauer und der hörenden Person ab. Rechnerische Änderungen des Schalldruckpegels dürfen deshalb nicht als exakt entsprechende Änderungen des subjektiven Höreindrucks dargestellt werden.
| Bezeichnung | Aussage |
|---|---|
| dB SPL | Schalldruckpegel mit einem akustischen Bezugswert |
| dBA | Schallpegel mit A-Frequenzbewertung |
| dBC | Anders frequenzbewerteter Schallpegel, bei dem tieffrequente Anteile stärker berücksichtigt werden |
| LAeq,T | A-bewerteter energieäquivalenter Dauerschallpegel über das Zeitintervall T |
Der Bezugswert 0 dB SPL bedeutet weder absolute Stille noch die Abwesenheit von Schallenergie. Er liegt ungefähr bei einem konventionell festgelegten Bezugswert für die Hörschwelle. Ob ein Schall tatsächlich hörbar ist, hängt jedoch von seiner Frequenz und den Hörbedingungen ab. Unter ausreichend ruhigen Messbedingungen sind daher auch negative Schalldruckpegel möglich.
Warum die Messbedingungen wichtig sind
Eine Zahl ohne Angaben zu den Messbedingungen kann ein Veranstaltungsteam in die Irre führen. Dieselbe Darbietung kann nahe den Frontfills, am Mischplatz und neben einem Subwoofer unterschiedliche Messwerte ergeben. Auch Frequenzbewertung, Mittelungsdauer und Einstellungen zur Spitzenwerterfassung beeinflussen das Ergebnis. Eine brauchbare Dokumentation nennt deshalb Messort, Zeitpunkt, Geräteeinstellungen und Betriebsbedingungen, statt lediglich eine einzelne Zahl festzuhalten.
Elektrische Pegelanzeigen ersetzen keine akustische Messung. Ein Mischpultausgang mit einem Pegel von -10 dBFS kann einen kleinen Probenlautsprecher oder eine große PA-Anlage speisen und dabei völlig unterschiedliche Ergebnisse erzeugen. Verstärkung der Endstufen, Lautsprecherempfindlichkeit, Signalverarbeitung, Entfernung und Raumakustik beeinflussen gemeinsam den Schalldruck, der eine zuhörende Person erreicht.
- An repräsentativen Positionen im Publikumsbereich messen, nicht ausschließlich neben dem Mischpult.
- Klären, ob der angezeigte Wert ein Mittelwert, ein Maximalwert oder ein Spitzenwert ist.
- Geeignete Messgeräte verwenden und ihre Kalibrierung entsprechend der jeweiligen Anleitung prüfen.
- Die Schallbelastung von Publikum und Crew als Planungsaufgabe behandeln, nicht bloß als einzuhaltenden Anzeigewert.
Praxisbeispiel
Bei einer Musikveranstaltung im Freien in Dubai prüft die tontechnische Fachkraft die Schallverteilung im Publikumsbereich, während repräsentatives Programmmaterial läuft. Messungen nahe der Bühne werden mit Werten weiter hinten und an den Seiten verglichen. Ein niedrigerer Wert im hinteren Bereich rechtfertigt nicht automatisch, die gesamte Anlage lauter zu stellen. Das Publikum vorne könnte bereits einem deutlich höheren Schalldruck ausgesetzt sein.
Bevor das Team den Gesamtpegel verändert, untersucht es die Ausrichtung der Lautsprecher, die Pegel der Ergänzungslautsprecher und die Verteilung tiefer Frequenzen. Ein Messprotokoll hält Position und Höhe des Messgeräts, Frequenzbewertung, Integrationsdauer und den jeweiligen Programmabschnitt fest. Während der Veranstaltung beobachtet die Fachkraft längerfristige Entwicklungen, statt jede kurze Schwankung so zu behandeln, als bilde sie die gesamte Darbietung ab.
- Vor dem Einlass die Messmethode und alle geltenden Vorgaben des Veranstaltungsorts abstimmen.
- Das Messgerät prüfen und an ausgewählten Hörpositionen reproduzierbare Messungen durchführen.
- Auf klangliche Probleme achten und die Höreindrücke mit den Messdaten vergleichen.
- Schallverteilung und Betrieb anpassen und anschließend dieselben Prüfungen für einen aussagekräftigen Vergleich wiederholen.
Häufige Fehler
Ein häufiger Fehler ist die Aussage „Bei der Veranstaltung waren es 95 dB“, ohne zu nennen, wo, wie und über welchen Zeitraum gemessen wurde. Ebenso problematisch ist es, eine Smartphone-App mit einem kalibrierten Messgerät gleichzusetzen, als wären Mikrofone, Messbereich und Signalverarbeitung identisch. Ein Smartphone kann beim Erkennen von Entwicklungen helfen. Wie zuverlässig absolute Werte sind, hängt jedoch von geeigneter Hardware, Kalibrierung und fachgerechter Messpraxis ab.
Auch Entfernungsregeln müssen sorgfältig eingeordnet werden. Bei einer kompakten Punktschallquelle im freien Schallfeld kann sich der Pegel mit jeder Verdopplung der Entfernung um ungefähr 6 dB verringern. Reflexionen, Lautsprecherarrays, die Abmessungen der Quelle, Bodeneinflüsse und das Verhalten im Nahfeld erschweren diese Betrachtung. In einer halligen Halle nimmt der Direktschall mit der Entfernung ab, während reflektierte Energie verhindern kann, dass der Gesamtpegel der einfachen Regel folgt.
- dBA und dBC nicht als austauschbare Bezeichnungen behandeln.
- Nicht davon ausgehen, dass ein angenehmer Klang automatisch eine unbedenkliche Schallbelastung bedeutet.
- Leistungsangaben von Verstärkern nicht mit dem gemessenen Schalldruckpegel im Publikum verwechseln.
- Einen kurzzeitigen Spitzenwert niemals unmittelbar mit einem langfristigen energieäquivalenten Pegel vergleichen.
Messung und Gehör
Die A-Bewertung verringert den Beitrag bestimmter Frequenzen zum angezeigten Ergebnis, insbesondere im tiefen Bassbereich. Die C-Bewertung berücksichtigt mehr tieffrequente Anteile und eignet sich für bestimmte Vergleiche. Keine der beiden Einstellungen liefert jedoch ein vollständiges Frequenzbild. Wenn der Bass übermäßig stark wirkt oder Sprache scharf klingt, können Frequenzanalyse und aufmerksames Hören Probleme aufdecken, die ein einzelner Gesamtpegel nicht erklärt.
Der energieäquivalente Dauerschallpegel beschreibt den konstanten Pegel, der über das angegebene Zeitintervall dieselbe Schallenergie enthalten würde. Die Spitzenpegelmessung erfasst mit dem Spitzendetektor des Geräts sehr kurze Schalldruckspitzen. Ein mit der Zeitbewertung „Fast“ oder „Slow“ erfasster Maximalwert ist wiederum eine andere Messgröße. Diese Unterschiede sind wichtig, wenn Produktionsleitung, Tontechnik und die Vertretung des Veranstaltungsorts Messwerte austauschen.
Für Entscheidungen zum Gehörschutz sollten offizielle Empfehlungen des öffentlichen Gesundheitswesens oder des Arbeitsschutzes sowie qualifizierte Beratung vor Ort herangezogen werden. Die Belastung hängt sowohl vom Pegel als auch von der Dauer ab. Pausen und geeigneter Schutz können erforderlich sein. BarCoe Studios bietet Management von Musikveranstaltungen an. Klare Zuständigkeiten für Messungen gehören ebenso in die Veranstaltungsplanung wie technische Schallabdeckung und Kommunikation.
Häufige Fragen
Bedeutet 0 dB SPL Stille?
Nein. Gemeint ist ein Bezugsschalldruck, nicht das vollständige Fehlen akustischer Energie. Manche Schallereignisse können deshalb negative Werte in dB SPL haben.
Was unterscheidet dBA von dBC?
Die Angaben verwenden unterschiedliche Frequenzbewertungen. Bei der C-Bewertung gehen tieffrequente Anteile im Allgemeinen stärker in den angezeigten Pegel ein als bei der A-Bewertung.
Kann ein Mischpult den Schalldruckpegel im Raum anzeigen?
Nicht allein anhand seiner elektrischen Pegelanzeigen. Dafür ist eine akustische Messung an der jeweiligen Hörposition erforderlich.
Ist eine Erhöhung um 3 dB doppelt so laut?
Eine Erhöhung um 3 dB entspricht unter vergleichbaren Bedingungen ungefähr einer Verdopplung der Schallintensität. Daraus lässt sich nicht zuverlässig ableiten, dass Menschen eine doppelte Lautheit wahrnehmen.
Kann ich die Gehörgefährdung am angenehmen Höreindruck beurteilen?
Ein angenehmer Höreindruck ist keine verlässliche Beurteilung der Schallbelastung. Berücksichtigen Sie gemessenen Pegel, Dauer und offizielle Gesundheitsempfehlungen und holen Sie bei Bedarf geeigneten fachlichen Rat ein.

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